PostHeaderIcon 25. Meilenstein des Halleschen Poetry Slams

Am 16. Mai war es soweit, ein Meilenstein in der Geschichte des Halleschen Poetry Slam wurde erreicht. Der 25. Slam stand ins Haus und dies wurde gebührend mit zehn Poeten, einer engagierten Jungband und einem Spezial-Slam-Quiz gefeiert.

Nach den eröffnenden Klängen der Band "Alex the Tramp" (myspace) übernahm, in gewohnter Weise, Tobias Glufke die Leitung des Abends und erwärmte das Publikum mit seinem emotional abwechslungsreichen und teils von der Realität abdriftenden Text über das Unheil eines jeden Wortschmieds, die gemeine Schreibblockade.

1.jpg 2.jpg 3.jpg 4.jpg 5.jpg 6.jpg 7.jpg 8.jpg 9.jpg 9.jpg

Der erste Slammer, der sich um die wohlwollende Aufmerksamkeit der Anwesenden bemühte, war Carmen Wegge. In ihrem Beitrag versuchte sich ein Philosoph vergebens um die Aufmerksamkeit seiner Angebeteten zu bemühen. Doch ihm kamen letztendlich ein Schmetterling und ein Fleischerbeil zur Hilfe.

Auf Carmen folgte direkt die zweite Slammerin, Anke Fuchs. Anke sprach sich in ihrer ruhigen Art und Weise für eine Reform zwischenmenschlicher Kommunikation aus. Ihr Plädoyer forderte wesentlich mehr emotionalen Abstand und weniger Verschwendung von Worten. Die entstehende Stille soll durch handverlesene und unbefangene Körperkontakte erfüllt werden.

Marvin Ruppert beendete die weibliche Vorherrschaft auf der Bühne mit einem Beitrag aus seinem Zyklus „traurige Liebesgeschichten“. Diesmal war Marvin aber selbst an seinem Unglück Schuld, was seine Freundin mit der Worten „Ich hasse dich, geh sterben“ zusammenfasste. Aus der daraus entstandenen Verwirrung versuchte er sich wiederholt mittels der GPS-Funktion seines Handys zu befreien.

Der nächste Herr des Abends war Dürer aus Halle. Zu hören gab es zwei ethnologische Stadtstudien am Beispiel zweier Bewohnerinnen der jeweiligen Städte. Die erste, Verkehr mit Verzehr“ führte ins malerische Halle- Neustadt und der letztere, „Delikates Verhängnis“ in vergangene Zeiten in Paris.

Die Testosteronphalanx der ersten Runde nahm weiter an Fahrt auf und präsentierte sich nun durch den Slam-Erstling Alex Hecht. Sein eröffnender Beitrag „Greenpeace“ entlarvte ihn als gewissenlosen Tierdealer und Meerschweinverspeiser. Seinen anderen Beitrag widmete er seiner Freundin, der Titel, „pervers glücklich“ ließ tief blicken.

Aus dem europäischen Schwergewichtsstaat Luxemburg kam Luc Spada an die Stadt am salzigen Fluss. Sein Generationenportrait überflügelte in seiner teifschürfenden und schonungslosen Art bei weitem „My Generation“ von the Who. Verstärkt wurde sein Auftritt noch durch seine Rastlosigkeit, die er bis in die Publikumsmassen hinein trug.

Ebenfalls zum ersten Mal stand Julian Eilenberger auf der Bühne. Er brachte uns mehrere Kurzgedichte zu Gehör. Seine Themen waren mal gegenwärtig, natürlich, mal morbide oder liebe-voll, führten durch Halbschatten zum Turm von Babel und endeten mit dem Tod einer Eintagsfliege.

Der Tom nahm nun Aufstellung und widmete seinen Text einer fremden Exfreundin. Erstaunlicherweise war er, trotz aller anders lautender Bekundungen über sein langweiliges Leben, sehr unterhaltsam. Noch nicht einmal seine Bemerkung, er sei selbst für Arte zu langweilig, konnte daran etwas ändern.

Mit Andreas Beuster komplettierte sich die Riege der Slam-Novitzen. Seinen ersten Auftritt beging er gleich mit einem Metatext über das Slammen an sich. Seine Formel kann mensch auf Slam = Poesie + Stand-Up Comedy herunter brechen, ach und Sex geht immer.

Die erste Runde wurde schließlich von der halleschen Slamhoffnung Jesko beendet. Der mit seinem Text „Sprechwerte Spruchworte“ sein bisher bestes Machwerk darbot. Ohne seinen Heavy-Metal-Hänger wäre er sicher ein würdiger Finalteilnehmer gewesen. PS: „Ein Wort bildet mehr als 1000 sagen“

Mit dem Jubiläumsquiz wurden alle Anwesenden in die Pause und an die Wahlurnen entlassen.
Nach der Auflösung der zehn Quizfragen ging es schnurstracks ins Finale. Die glück- und gunstreichen Finalisten waren der Tom, Marvin Ruppert, Anke Fuchs und Luc Spada.

Der Tom trat mit seiner von Gruppendynamik beflügelten Facebookanmeldungs-Datengeheimhaltungs-Bruchlandung an.

Marvin Ruppert sandte seine Kaffeeverführungs-Sirene Anna ins Rennen.

Anke Fuchs sorgte mit „Halt mal still Welt“ für das ruhige Auge des Finalsturmes.

Luc Spada streifte mit einem viel sagenden „Bla Bla Bla“ durch die Reihen des Publikums.

Nach lautem bis tosendem Beifall war es nun so weit und das Finale war entschieden. Den wohlverdienten Sieg trug Anke Fuchs davon, die uns noch mit einer Zugabe beglückte.
So endete der mittlerweile 25. Poetry Slam in Halle.

Kalender
M T W T F S S
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
 
 
 
 
Add to calendar
X
Laden...